Warsteiner
6+7 September Flughafen Tempelhof
6+7 September
Arena Berlin
6+7 September Flughafen Tempelhof

Das Art Village auf dem Berlin Festival 2013 wird in diesem Jahr noch bunter, installativer und vielseitiger, als es das in den Jahren zuvor bereits war. Und vor allem wird es eines: noch mehr Dorf! Das Art Village auf dem Flugfeld Tempelhof nimmt seinen Titel dieses Jahr wörtlich und wird all das bieten, was auch ein Dorf in der Provinz hat: eine Kirche, eine Kneipe, ein Zirkuszelt für die Poeten, einen Marktplatz, eine Arena für Tanz und sogar ein Freibad samt Sauna. Das Art Village als Gesamtkunstwerk und jede dieser Installationen eine Kunstposition für sich.

Church of Phonk

Kurator Jan Kage, in Berlin auch als Party-Arty-Diktator Yaneq bekannt, hat Various & Gould eingeladen, die Kirchenfenster zu gestalten, Nomad, das Altarbild zu malen, Christoph Krönke wird das Deckenfresko der knapp 100 qm messenden Installation gestalten, Maike Gräf die Skulpturen liefern, Stohead die Inschriften schreiben, Christian Awe die Außengestaltung der Fassade übernehmen, Poet die Kirche mit einem Graffiti bomben und Johannes Buss den Talar für Yaneq designen, der auf einer Videoinstallation von Hendrick van Meckenem seine Predigt halten wird: In einer Welt, in der niemand mehr an Götter glaubt, sind die Künste der letzte verbleibende Raum für Transzendenz.

Village Pub + Marktplatz

Neben jeder Kirche steht selbstverständlich eine Kneipe. Diese wird von 44 Flavours aus altem Holz, Fensterrahmen und anderen „wertlosen“ Fundstücken gestaltet. Bosso Fataka, die Jeanne-Claude und Christos unter Berlins Street-Artists sorgen für die Möblierung des Marktplatzes, in dem sie Stühle, Sessel und Sofas, die sie als Sperrmüll im Straßenland finden, mit Frischhaltefolie verpacken. Daniel Chlubba stelt seine Dixiecuzzi, ein Pool bestehend aus zwei umgekippten Dixie-Klos, als Tauchbecken neben die Sauna, die in einen alten Feuerwehrwagen installiert werden wird.

Poetry Saloon, Doghouse und mehr

Der Poetry Saloon wird, wie im letzten Jahr, von Wolf Hogekamp, dem Grandsigneur der deutschsprachigen Poetry-Slam-Szene, gehostet und mit einigen der besten Vertreter der Zunft aufwarten, u.a. Andy Strauß, Malte Roßkopf, Beatpoeten, Ellen Deckwitz, Lars Ruppel, Sulaiman Masomi, Max Gebhard, Felix Römer, Tilman Birr, Marvin Weinstein, Renates beklemmender Literatursalon, Broca Areal, DJ Ernesto Liniares (Bunga Bunga), Gabriel Vetter (CH), Dalibor, Ellen Deckwitz (Niederlande), Temye Tesfu, Robinson SOLO (Republik Kongo), Toby Hoffmann. Anique Weve aus Rotterdam baut ihr Doghouse auf, eine Hundehütte, als kleinster Club des Festivals für maximal acht Gäste mit Musik und Freibier. Auf dem Art Market bieten Künstler Produkte feil. Und Quiet In The Corner, die im letzten Jahr den Spezialpreis der Jury für ihre Tanzperformance gewonnen haben, laden in die Tanzarena, die Nachts auch als Silent Arena fungiert.

Young Talents Call

Auch dieses Jahr geben die Macher des Art Village wieder jungen KünstlerInnen die Chance, sich mit ins Kunstdorf einzubringen und ihre Arbeit neben den etablierteren KollegInnen zu präsentieren. Auf drei großformatigen Leinwänden können die Gewinner malen, sprühen, kleben, installieren und ihre Kunst dem Festivalpublikum zeigen. Außerdem wird natürlich jeder der vom Art Village Team ausgewählten KünstlerInnen auf unserer Webseite vorgestellt und bekommt ein extra Festival Ticket für einen Assistenten oder den besten Freund obendrauf. Bis zum 16.8. 2013 hast Du die Chance dich zu bewerben. Schick uns ein PDF mit einer kurzen Info zu dir und deiner Kunst, kurzes Konzept, was du machen willst und ein paar jpgs deiner Arbeiten an [email protected].

Art Prize

Auch dieses Jahr gibt es wieder mit 1000 €, 500 € und 250 € dotierte Preise für die gelungensten Arbeiten. Und auch der Young Talents Call findet seine Fortsetzung: Noch nicht etablierte KünstlerInnen sind eingeladen, sich mit ihren Konzepten zur Wandgestaltung einzubringen.

 

Künstler

Jan "Yaneq" Kage

Jan Kage ist Musiker, Autor („Yaneqdoten“), Radiomoderator (Radio Arty/FluxFM), Sich-Durchschläger, Romantiker und abgeklärter Rationalist und organisiert seit einer Dekade die Party-Reihe Party Arty. Seit 2011 Jahr ist er für das Berlin Festival als Kurator des Art Village aktiv.

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Maike Gräf

Bei Maike Gräf treffen Holzskulpturen auf Street-Art. Oder um es mit Roger Willemsen zu sagen: „Maike Gräf antwortet auf das sensible, schwärmerische, irisierende ihrer Wahrnehmung mit den Mitteln des graphischen, der Logik des Linolschnitts. Ihre Skulpturen bevorzugen schwarz-weiß-Konturierungen, Signalfarben, einen Kolorit ohne Charisma. Sie sind, im Doppelsinn des Wortes,
hölzern.“

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Various & Gould

Das Duo Various & Gould verarbeitet in ihren Arbeiten auf spielerische Weise aktuelle soziale Themen – von Arbeit und Migration bis hin zur Finanzkrise, dem Tod und Sexualität. Ihre Konzentration liegt auf Siebdrucken und Collagen, zuletzt experimentierten sie jedoch ebenso mit öffentlichen Performances und Installationen. In ihrer Kunst zeigt sich die Liebe zum Papier und ihre Begeisterung für die unbeabsichtigte Schönheit des Alltags.

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Johannes Buss

Er studierte in den Niederlanden, Kanada und wirkte als Künstler unter anderem in Johannesburg und Rotterdam. Seine Kunstwerke sind eine Mischung aus Bildern, Objekten und Texten. Diese hebt er aus ihrem ursprünglichen Kontext und setzt sie in Installationen, Objekten und Portaits neu zusammen. Neben seiner Beschäftigung als unabhängiger Künstler, arbeitete er außerdem mit Musikern, Bühnenkünstlern und Modedesignern zusammen.

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Christoph Krönke

Christoph Krönke ist in Neukölln zu Hause. Dort arbeitet und lebt er und dort wird er vor allem inspiriert. Er zeichnet Aquarelle, deren Farbe gezielt verläuft, verschwimmt und Farbflüsse entstehen lässt, die man aus der Graffitiszene kennt. Seine Kunst kann man dabei als fiktive Realität bezeichnen, zum Beispiel, wenn er bei einem seiner letzten Projekte Neuköllner Jungs auf Ponys reiten lässt.

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Stohead

Stoheads große Leidenschaft ist die Schrift, genauer gesagt: street code. Er sieht sich selbst als Geschichtsschreiber, schlüsselt Passagen aus Songtexten und Schlagwörter aktueller gesellschaftlicher Themen mathematisch auf und ordnet sie. Eine große Inspirationsquelle ist für ihn der Wortschatz des urban dictionary. Heraus kommen am Ende abstrakt überzeichnete Buchstaben, die sich fast nicht lesen lassen und allein durch Farbe und Form wirken.

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Nomad

Nomad ist einer der am längsten aktiven Straßenkünstler Europas, der wie so viele seine Wurzeln in der Graffitiszene hat. Zehntausende Gegenstände bemalte er im öffentlichen Raum und ist gerade bei Kunstsammlern sehr beliebt. Er stellte seine Kunst zusammen mit Banksy in Berlin aus und taggte mit Ashton Kutcher ein Hoteldach in Los Angeles. Mittlerweile ist er Veranstalter und kombiniert Events mit seiner Kunst.

Poet

Der Graffiti-Künstler Poet gehört zur GFA-Crew und ist sozusagen an den Wänden Berlins zu Hause. Schon 1990 gewinnt er mit 17 Jahren die „Berlin Graffiti Meisterschaft“. Was ihn auszeichnet, ist eine ungeheuer große Portion Innovation in Sachen origineller Schrift. Und diese kann man sich selbst an die eigene Wohnungswand hängen, denn Poet verkauft seine Arbeit auch auf Leinwänden.

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B.Side

Der Berliner DJ und Produzent begann in den 90ern sein HipHop- Projekt „Mellowbag“ und brachte zusammen mit Freundeskreis und Gentleman seine erfolgreichste Single „Tabula Rasa“ auf den Markt. Danach remixte er für die Brothers Keepers und tourte als DJ unter anderem mit Busta Rhymes und Grandmaster Flash. Seitdem springt er von Berliner Club zu Club.

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44Flavours

44 Flavours sind keine Art Village Neulinge, sondern schon zum dritten Mal dabei. Das Kollektiv besteht aus Sebastian Bagge und Julio Rölle, die von Kreuzberg aus ihren Visionen Leben einhauchen. Aufgewachsen sind sie mit Graffiti und HipHop, heute kennen sie keine Grenzen der Kunst und setzen ihre Ideen mit unterschiedlichen Mitteln um. Ihre Ausstellungen touren durch ganz Europa. Dieses Jahr entwerfen sie beim Berlin Festival die Dorfkneipe.

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Anique Weve

Anique Weve kommt aus den Niederlanden und verarbeitet aktuelle, soziale Themen in Fotos, Objekten und Aktionen. Ihr Projekt „Het Hondenkok“ (Die Hundehütte) wurde von der niederländischen Jugendkultur beeinflusst, die sich oft in kleinen Holzhütten treffen und selbst zur Bar umfunktionieren. So entsteht eine ganz eigene Welt mit eigenen Regeln. Genau diese Hundehütte wird beim Berlin Festival zum Miniclub.

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Wolf Hogekamp

Man darf sich soweit aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass die Poetry-Slam-Szene in Deutschland eine andere ohne Wolf Hogekamp geworden wäre. Er veranstaltet bereits seit 1994 in Berlin die älteste Poetry-Slam-Reihe des Landes, organisiert Meisterschaften, veröffentlicht passende DVDs dazu und zog auf Einladung des Goethe-Instituts bereits durch die USA, um die deutsche Poetry-Slam-Kultur weiterzutragen und wird zurecht als „Urgestein des Slams“ bezeichnet.

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Bosso Fataka

Die Straßenkünstler Bosso Fataka werden vielen in Berlin schon einmal begegnet sein – und zwar in Form von Sperrmüll und Frischhaltefolie. Egal ob Matratzen, ausrangierte Möbel oder Einkaufswagen – Bosso Fataka nimmt sich dem Müll der Straße an, wickelt ihn mit mehreren Schichten Folie an Lichtmasten oder anderen Einrichtungen fest und kreiert so Installationen, die man nicht übersehen kann.

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KLUB7

Das deutsche in Berlin und Halle (Saale) ansässige Künstler- und Designerkollektiv KLUB7 ist seit mehr als einem Jahrzehnt international mit Wandgestaltungen, Customizing und Illustrationen tätig. Zum Markenzeichen ist ein gemeinsamer Gruppenstil geworden, der die verschiedenen Hintergründe seiner sechs Mitglieder vereint. Auf Papier, Holz, Stoff und an Wänden entwickeln sich so grafische Abstrahierungen aus Urban-Art, Pop-Art, Comic und Elementen der Popkultur.

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