BERLINFESTIVAL 4. JUNI 2005

IAN BROWN (Polydor)

Wir schreiben 1996. The Stone Roses – ohne Zweifel eine der wichtigsten Bands ihrer Generation – haben sich aufgelöst. Aber Ian Brown hat das Gefühl, dass er noch einiges an Musik in sich trägt. Und so kehrt Ian Brown mit seinem ersten Solo Album "Unfinished Monkey Business" zurück. Das Album enthält 12 Stücke, und wurde von Ian selbst gemischt. Die Platte klingt entschieden "lo-fi", und zeigt trotz allem die weitreichenden Ambitionen seines Schöpfers. Im November 1999 kommt es dann zur Veröffentlichung des Albums "Golden Greats", dass begeistert von der Kritik aufgenommen wird. Auf dieser Platte gehen Ian und seine Bande neue Wege, es ist zu gleichen Teilen gitarrenlastiger und mehr in Richtung Dancefloor orientiert. Und viele seiner Fans halten es für einen von Ians besten Momenten. Anfang 2001 beginnt die Arbeit an Ians drittem Album " Music of the Spheres", und mit Hilfe der Musiker, die ihn nun sowohl live als auch im Studio begleiten, läuft er zur Bestform auf. 2004 schafft es Ian dann wieder auf das Cover des NME, und schreibt Geschichte mit einem Konzert bei dem er in einem Amphitheater in Surrey die Songs der Stone Roses wieder auferstehen lässt. Der legendäre Ian Brown und seine mittlerweile neue Band geben bei dieser Gelegenheit den Kids worauf diese so lange gewartet haben, und spielen ein fast komplettes Set aus Stone Roses Klassikern. Doch seinem Stil treu bleibend, lässt Ian kurz darauf die Veröffentlichung seines besten Soloalbums „Solarized“ ankündigen. Trotz Ians über Jahre anhaltende Beliebtheit bei den Kritikern, ist "Solarized" nicht weniger als sein stärkstes Album. Nie zuvor hat er so viel musikalischen Abwechslungsreichtum geboten. Und seine Musik schert sich nicht um so etwas wie Privatsphäre, sondern bemächtigt sich der Seele seiner Hörer und geht unter die Haut.

www.ianbrown.co.uk

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Die Sterne (L’Age d’or/V2)

Das letzte Album der Sterne heißt "Das Weltall ist zu weit", und die Geschichte seiner Entstehung liest sich wie folgt: Die Sterne saßen rum und dachten sich: "Was machen wir jetzt? Wo ist Hier?" Irgendwann fielen die Worte "Rockalbum" und "Selbermachen". Und so luden Frank Spilker (Gitarre & Gesang), Thomas Wenzel (Bass), Christoph Leich (Schlagzeug) und Richard von der Schulenburg (Tasten) erstmals keinen Produzenten ins Studio, gingen überhaupt nicht ins Studio sondern in den Keller und spielten in drei Sessions zwölf neue Lieder ein. Vielleicht hat jemand das Wort "Reduktion" an die Wand gepinselt, zumindest klingt’s hier so. Alles, was Die Sterne sind, ist auf diesem Album: das Drängende, das Tanzbare, das Verspielte und das Griffige. Nur: Alles ist weniger und damit mehr. Jede Bassline eine Hookline, jeder Beat eine Säule, jeder Satz ein Gedanke. Die Essenz aus zwölf Jahren.
www.diesterne.de

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The Kills (Domino)

The Kills, W und Hotel, haben eine besondere Beziehung. Sie trafen sich vor fünf Jahren in London, während W (Alison Mosshart) mit ihrer damaligen Band "Discount" durch Europa tourte. Hotel, damals einfach unter dem Namen Jamie Hince bekannt, hatte gerade seine Band Scarfo aufgelöst, und probierte neue Ideen bei Soloauftritten aus. Bevor Alison zurück nach Florida ging Tauschten die beiden Telefonnummern aus …

Ab 2002 nahmen sie dann offiziell unter dem Namen "The Kills" auf, und Domino veröffentlichte noch im gleichen Sommer die "Black Rooster EP". Anfang 2003 wurden dann die Eigenkompositionen der ersten EP um acht Stücke erweitert unter dem Titel "Keep On Your Mean Side" als Album veröffentlicht. Mit dieser Platte passten sie hervorragend zur neuen Begeisterung für "back to basics" in der zeitgenössischen Musik. Vor allem in England war die Presse entzückt, und der NME schrieb: "Jeder, der die Velvet Underground und Patti Smith liebt, wird auf dieser Platte an vielem freuen können. In einer Welt voll von Karrieristen, sind The Kills mit ihrem Verlangen Outsider zu sein, eine Erscheinung von einiger Leuchtkraft, der man sich nicht entziehen sollte. Und war ihr letztes Werk von Explosion der 60s Pop Art beeinflusst, ist ihr neues Album ‚No Wow‘ eine Spurensuch zwischen CBGBs und Studio 54, und widmet sich den wilden Jahren in denen sich in New York der Punk in Disco verwandelte. Die Präsenz einer Drummachine und der unverhallte Gitarrensound verbinden diese beiden Momente, und belassen alles bei absoluter Einfachheit. Jamie: "Wir wollten, dass alles trocken und unverhüllt aus den Boxen kommt."

www.thekills.tv

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Ladytron (Telstar)

Vier unkonventionelle Menschen mit ähnlichem Haarschnitt und Humor fanden, aus verschiedenen Ecken der Welt kommend, unter dem Namen Ladytron
zusammen. Ursprünglich nur als Konzept der beiden Gründungsmitglieder
Danny Hunt und Reuben Wu existierend, die sich durch ihre gegenseitige
Begeisterung für Musik und Deejaying kennen lernten. Realität wurde die
Band dann als die beiden Verstärkung durch Mira Aroyo und Helen Marnie
bekamen. Die Mitglieder der Band teilten nicht nur eine gemeinsame
Weltsicht, sondern auch die Vorstellung darüber welche Musik sie machen
wollten – Pop Songs für Kids aus Stadt und Land, Musik für Kids, die
analoge Synthesizer lieben, und solche die nicht einmal wissen, was ein
Synthesizer ist. Ladytron existieren außerhalb von Moden und Trends, und
ihre Musik mag auf Synthesizern basieren, aber im Mittelpunkt stehen
starke melodien und ein ausgeprägter Popinstinkt.

www.ladytron.com

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The Wedding Present (Stickman)

"The boy Gedge has written some of the best love songs of the Rock ’n‘ Roll era. You may dispute this, but I’m right and you’re wrong!" John Peel.

Nach einem zwischenzeitlichen Aus für The Wedding Present im Jahre 1997 tat sich David Gedge mit seiner damaligen Freundin Sally Murrell zu einem Duo Projekt zusammen, das bald auf den Namen Cinerama hören sollte. Von nun an richtete Gedge sein Hauptaugenmerk auf Cinerama. Mit 2002’s TORINO jedoch wurde der Sound dunkler und auch stilistisch nahmen die Gitarren wieder die Überhand. Hier und da gingen sie dazu über The Wedding Present Songs in Ihr Live-Repertoire aufzunehmen. Im Rückblick mutet diese Entwicklung schon fast an wie ein dunkler Vorbote für das, was dann auf persönlicher Ebene seine Entsprechung finden sollte. Seine langjährige Freundin trennte sich von ihm. Er zog nach Seattle um und begann dort eine Reihe von Songs zu schreiben, die eindeutig von seiner Enttäuschung über den Verlust geprägt sind. Das daraus resultierende Album TAKE FOUNTAIN, von Steve Fisk in Chicago und Seattle aufgenommen , ist das erste seit SATURNALIA von 1996, welches wieder unter dem Namen The Wedding Present veröffentlicht wurde.

www.theweddingpresent.net

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The Undertones (Usa)

Angefangen hat alles im Jahr 1978 mit der Single "Teenage Kicks", die John Peel auch im Himmel für die beste Nummer aller Zeiten halten dürfte. Und nach diversen Folgehits war es dann 1983 erst mal vorbei, den Sänger zog es zum Pop, und was blieb waren Teenagerträume, die bekanntlich schwer zu übertreffen sind. Doch knapp 20 Jahre später stellte sich heraus, das die Nordiren ihr Pulver noch nicht verschossen hatten. Zeitgleich zur Veröffentlichung des ersten "Best of" Albums erschien 2003 eine neue Platte der Band. Auf dieser waren keine alternden Ex-Punks mit Geldsorgen am Wirken, sondern eine Band, die nichts verlernt hatte, zwar eindeutig retro, aber mit mehr Überzeugungskraft als gut die Hälfte der jungen, ach so hippen "The" Bands. Und live versteht es die Band mit ihrem neuen Sänger Paul McLoone nach wie vor Begeisterungsstürme beim Publikum zu entfachen.

www.theundertones.com

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Animal Collective (Fat Cat)

Ungeachtet der vorhandenen Anziehungskraft ihrer geschmackvoll
komponierten Songs, ihrer herzerweichenden Hooks und ihres tiefen
Popvempfindens, kann man bei "Animal Collective" nicht einfach
von einer Band sprechen. Freunde und musikalische Partner seit 1992,
fanden die Mitglieder im Jahr 2000 unter dem Namen "Animal Collective"
zusammen, mit dem Vorsatz Pop Musik in eine Richtung zu führen, bei
der es vor allem auf das klangliche Erlebnis ankommen würde – von
wunderschön verdrehten Popballaden zu wild zerstückelten Krachkaskaden, von rhythmischen Stücken in voller Gruppenbesetzung zu simplen
als Duo vorgetragenen Folk Songs, und darüber hinaus in unbekannte
musikalische Gebiete. Ihre Weigerung sich an allzu einfache Formeln zu
halten, und ihr kreatives Verlangen sich ständig vorwärts zu bewegen und
zu wandeln, stellt die Erwartungen des Publikums auf die Probe, und dabei
sind sie sich oft selbst einen Schritt
voraus.

www.fat-cat.co.uk

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Whitey (1234)

Nathan J Whitey hat sich ein ganze Weile am Rande des Geschehens rumgetrieben, und dort Songs auf geliehenen Gitarren geschrieben. Während dieser Zeit, die er fast komplett aus seiner Erinnerung gestrichen hat, war er Journalist, Graffitkünstler, hat in einem Hundekostüm getanzt, schlecht geschlafen, und vierzehn Platten unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlicht. Er hat nie vorgehabt, ein DJ zu sein. Auf den von ihm selbst produzierten WHITEY Aufnahmen zeichnet er verantwortlich für die Vocals und das Programming, und spielt Gitarre, Bass, Keyboards, Vibraphon und Klavier. Und das englische Magazin i-D beschrieb seine Musik als "wundervoll pulsierneder Synthetic Rock … schwarzes Leder und Sonnenbrillen werden unter Schreien ins 21. Jahrhundert geschleppt."

www.1234records.com

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Sons and Daughters (Domino)

Sons and Daughters sind die Art von Band, bei der man sich wünscht, es würde mehr solche Bands geben, wobei ihre Seltenheit die Tatsache ihres
Bestehens umso aufregender macht. Die Band kennt ihre Musik in und
auswendig, und ihr Zusammenspiel bei Konzerten ist von unglaublicher
Präzision, und sie repräsentieren für die Mädchen, ohne dabei die Jungs zu
vergessen. Ihre erste, im letzten Sommer veröffentlichte Mini LP "Love The
Cup" erlaubte einen ersten Blick auf eine lyrische
Welt voller nicht funktionierender Beziehungen, wobei die Musik nicht
weniger überzeugend war, und an The Velvet Underground und ihre
Labelkollegen von (Smog) erinnerte. Durch gemeinsame Touren mit Franz Ferdinand, Clinic und anderen
Bands nahm der Bekanntheitsgrad der Band zu, und man beschrieb sie bald als "von
Billigwein berauschte Nancy Sinatra und Lee Hazelwood". Ihr Debütalbum
"The Repulsion Box" nahm die Band im legendären Conny Plank Studio in Köln
auf, und das Ergebnis ist von überzeugender Lebendigkeit, während ihre
Konzerte nach wie vor durch die Hingabe der Band begeistern.

www.sonsanddaughtersloveyou.com

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Black Dice (Dfa)

Ihre Musik entsteht aus Effektpedalen, Delays, Computern, feierlichen
Gitarrenarpeggios, dem Sound von Robotern im Dschungel und kosmischem
Raumklang. Black Dice und ihre Musik lässt sich weder mit Rock noch mit
Punk wirklich in Zusammenhang bringen, fühlt sich aber wohl in der
Gesellschaft der New Yorker Pioniere von Suicide oder der englischen Provokateure
Throbbing Gristle. Auf ihrem neuen Album "Creature Comfort" (ihr zweites auf DFA)
findet der Hörer rhythmische Momente, aber keine richtigen Beats; es gibt
stellenweise Krach zu hören, aber die Platte kann schwerlich als "Noise"
Album bezeichnet werden. Ein Großteil der Stücke klingt improvisiert, und
doch entwickelt sich die Platte auf sehr lineare Weise. Black Dice haben eine der interessantesten
Platten des Jahres veröffentlicht, und beweisen damit, dass man es nicht
krachen lassen muss, wenn man wundervollen Krach machen will.

www.dfarecords.com/blackdice

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Liars (Mute)


www.liarsliarsliars.com

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The Beat Up (Fantastic Plastic)

The Beat Up haben vor kurzem ihr Debütalbum "Black Rays Defence" auf Fantastic Plastic Records veröffentlicht. Die zehn Stücke des Albums wurden aufgenommen und produziert im Nordlondoner Studio von Kevin Shields, berühmt für seine Platten mit My Bloody Valentine, und seit einigen Jahren Mitglied von Primal Scream. Mit ihrem verzerrten und unangepassten Rock ’n‘ Roll atmen die Stücke dieses Albumdebüts den ursprünglichen Geist von Bands wie Blue Cheer, The Dead Boys und Sonics. Mit Kevin Shields an den Reglern haben The Beat Up Vollgas gegeben, und dabei die erste höhnisch grinsende Explosion unkontrollierten Punkrocks für 2005 abgeliefert. The Beat Up sind Nick (Gesang / Gitarre), Matt (Gitarre / Gesang). Dino (Bass) & Todd (Schlagzeug).

www.thebeatup.com

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Cosmic Casino (Sticksister)

Cosmic Casino sind für ihre schweißtreibende und mitreißende Bühnenperformance berühmt und berüchtigt. Mit Zündschnüren als Gitarrensaiten, Dynamitstangen als Schlagzeugstöcke, einem TNT-Lager als Baßverstärker und drei brennende Fackeln als Mikrofone jederzeit bereit auf den Bühnen die Bombe zu zünden. Da schiebt Mess an der Batterie die treibenden Beats durch die Halle. Filigran und doch polternd. Thoeni "Thunderbirne" donnert die Riffs aus seinem Verstärker und zaubert herrliche Melodien aus der Gitarre. Filigran und doch fett. Markus versteht durch extravagantes Bassspiel turbinenähnlich die Windrichtung anzugeben. Filigran und doch wummernd. Der Gesang aus Richs Kehle deutet auf Gesangsausbildung hin, welche von Männern aus echtem Schrot und Korn geführt wurde. Filigran und doch rau. Alles in allem eine Live-Darbietung, die vor Leidenschaft und Euphorie strotzt.

www.cosmic-casino.de

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